Simonswald

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Romantik pur erleben:
Das Simonswäldertal ist ein Erholungsgebiet. Es liegt direkt an der Deutschen Uhrenstraße. Wo die Schwarzwalduhren zuhause sind, prägen romantische Schwarzwaldhöfe das Landschaftsbild. Auf 150 Kilometern markierter Wanderwege zeigt sich der Schwarzwald von seiner ursprünglichsten Seite. Unberührte Natur gibt es an den Zweribach-Wasserfällen im Ortsteil Wildgutach zu erleben. Auf dem beliebten Mühlenwanderweg findet man Schwarzwaldmühlen von kulturhistorischer Bedeutung.

Zweribach-Wasserfälle

Die Zweribachfälle sind wegen ihrer imposanten Größe und der romantischen Urwüchsigen Umgebung ein besonders lohnenswertes Ausflugsziel. Es ist festes Schuhwerk erforderlich (feuchte und steinige Pfade). 

Rundwanderweg (10 km, Gehzeit etwa 3,5 Std.) oder Wanderung nach St. Märgen (16,5 km, Gehzeit etwa 5,5 Std.)

Start: Bushaltestelle Engel in Obersimonswald (Bus 7272). Talabwärts halten und nach etwa 100 m direkt hinter der Brücke links in den Hohrein abbiegen. Der roten Raute auf gelben Grund folgen bis zum Parkplatz am Zweribach (3,5 km), dieser wird kurz nach dem Haldenhof erreicht. Vom Parkplatz aus bis zu den Zweribachfällen der blauben Raute folgen. 500 m vor den Wasserfällen liegt ein sehr schöner Picknickplatz mit Schutzhütte. Von hier entweder zurück zur Haltestelle Engel oder weiter nach St. Märgen.

Zurück zum Haltenhof und an der ersten Abzweigung geradeaus, Richtung Stern und an der zweiten Abzweigung wieder geradeaus, nicht mehr Richtung Stern. Vom Vogtshof der Teerstraße ins Tal folgen und nach der Brücke über die Wilde Gutach nach links abbiegen. Man erreicht den Bach entlang des Ausgangspunktes.

Oder oberhalb des Picknickplatzes dem schwarzen Punkt auf gelbem Grund nach St. Märgen folgen. Man kommt auf einen schmalen steinigen Pfad durch urwüchsigen Bannwald mit bemoosten Felsen. Den Bach überqueren und der Markierung bis zum Hohwartfelsen folgen. Vom Felsen hat man einen tollen Blick in das Tal der Gutach. Später trifft man auf einen größeren Waldweg. Dieser führt nach St. Märgen. In der Ferne sieht man schon die Klosterkirche. Rückfahrt mit dem Bus 7216 über Kirchzarten Bahnhof.

Simonswälder Mühlenwanderweg

Der gut ausgeschilderte Rundweg beginnt beim Festplatz Simonswald an der Kronen-Mühle und führt nach Haslachsimonswald zur Schwanen-Mühle, die links unterhalb des Weges liegt. Dann weiter zum „Gummeneck“ mit herrlichem Ausblick ins Tal. Anschließend geht es zur Wehrlehofmühle. Unterhalb der Mühle führt der Wanderweg durch das idyllische Weberloch. Dem Weg folgen bis zur Oelmühle und wieder zurück zum Ausgangspunkt am Festplatz.

Weglänge ca. 6 km, Höhenunterschied ca. 150 m, Zeitbedarf ca. 2,5 bis 3 Stunden,
Übersichtskarte

Kronen-Mühle

die Krone des Mühlenhandwerks

Geschichte: Benannt nach dem Gasthof „Krone-Post“. Die um 1800 erbaute Mühle gehörte zum Adamshof und war bis in die fünfziger Jahre in Betrieb. Danach wurde sie nur noch als Stall genutzt und verfiel zusehends. Der Simonswälder Zimmermann Helmut Tritschler verwandelte die vergessene Mühle in liebevoller handwerklicher Kleinarbeit in ein echtes Schmuckstück.

Technik: Das Wasser aus dem Ettersbach läuft dank Eigengefälle unter der Wilden Gutach durch zur Mühle. Über einen Holzkähner fließt das Wasser auf das oberschlächtige Mühlrad. Das Mahlwerk wird mit einer Eisenwelle angetrieben, die das Kammrad und das Mühleisen mit dem schweren Läuferstein in Drehbewegung setzt.

Mahlverfahren:
Das Mahlgut wird durch den Bittel gesiebt. Der Bittelstock klopft das Mehl aus dem Bittelsack. Diesem markanten Klopfen verdanken wir die weltberühmte Weise: „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“.

Schwanen-Mühle

von Spelzen, Grieß und Kleienkotzern

Geschichte: Die typische Bauernmühle gehört zum Schwanenhof im Haslachtal. Auf dem Einschütttrichter (Tremel) ist die Jahreszahl 1862 eingemeißelt, es gibt jedoch Anhaltspunkte dafür, dass die Mühle wesentlich älter ist.

Technik: Oberschlächtiges Wasserrad. Das Wasser aus dem Haslachbach wird über eine Steindohle, einen offenen Graben sowie einen Holzkähner auf das Wasserrad geleitet. Über eine Schubstellrinne lässt sich das Rad abstellen. Eine Eisenwelle mit Kammrad überträgt die Wasserkraft auf das Mühleisen, das den schweren Läuferstein zum Laufen bringt.

Mahlverfahren: Das Mahlgut wird in den Tremel geschüttet, der etwa 15 Sester (1 Sester = ca. 15 Liter) fasst. Der Rüttelstahl verteilt das Mahlgut gleichmäßig zwischen den Mahlsteinen. Das zerkleinerte Mahlgut fällt dann in den Zylindersichter (Sechskanter), wo die feine Körnung ausgesiebt wird. Spelzen und Grieß gelangen durch den Kleienkotzer in den Abräder, wo sie voneinander getrennt werden. Das grießkörnige Mehlteilchen wird nochmals aufgeschüttet und der Mahlspalt verkleinert.

Wehrlehof-Mühle

Mühle mit Sommerpause

Geschichte: Wie der Name schon sagt, ist die Wehrlehof-Mühle die Bauernmühle des Wehrlehofes am Neuenberg. Das im Jahr 1879 erbaute Gebäude befindet sich unterhalb des Hofes, wo das Dobelbächle ins Tal plätschert. Da der Bach allein zuwenig Wasser führt, wurde ein Spannteich als Wasserspeicher angelegt.

Technik: Über einen 10 Meter langen, ausgehöhlten Baumstamm (Kähner) fließt das Wasser auf das oberschlächtige Mühlrad. Aufgrund von Wassermangel ist ein Vorgelege erforderlich, das die Kraftübertragung steuert. Diese Vorrichtung unterscheidet die Wehrlehofmühle von den übrigen Mühlen im Simonswäldertal.

Mahlverfahren: Das Mühleisen treibt durch einen Flachriemen den Sechskantsichter an. In den trockenen Sommermonaten wurde nicht gemahlen, damit der Teich nicht austrocknete. So wurde auch verhindert, dass der Damm von Wühlmäusen beschädigt wurde.

Oelmühle und Trotte

gute Tropfen, frisch gepresst durch Wasserkraft

Geschichte: Ein ganz besonderes Kleinod ist die Oelmühle und Trotte aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die im Jahr 1712 im Stil eines Heidenhauses erbaute Mühle steht wie auf einer Insel – umflossen von der Wilden Gutach und dem Mühlenkanal – etwa 20 Gehminuten vom Zentrum Simonswald entfernt. Sie wurde zuletzt 1955 betrieben. Im Jahr 1974 gelangte die Mühle in Privatbesitz, was ihren Zerfall schlagartig stoppte und ihre Restaurierung und Erhaltung ermöglichte.

Technik: Die Oelmühle besteht aus einer Rapsmühle, einem Reibstein, einem Ölofen, um den Ölfrüchten das Wasser zu entziehen sowie einer Pressvorrichtung, dem Torckelbaum – einem gewaltigen Hebelarm von zehn Metern Länge, der sich beim Pressvorgang auf und ab bewegt. Angetrieben wird die Mühle durch ein unterschlächtiges Wasserrad. Geölt wurden taleigene Früchte, vor allem Raps, Mohn, Walnüsse und Buchenkerne. Die Oelfrüchte durchliefen oft mehrere Pressungen, wie es heute bei Oliven üblich ist. Die Trotte war ebenso bedeutend wie die Mühle, weil bis vor 100 Jahren im Simonswäldertal intensiv Weinbau betrieben wurde. Dem Rebanbau folgte der Obstanbau, statt Wein wurde nun Most hergestellt.

Sonstige Nutzung: Mit Transmissionen und Flachriemen wurden viele andere Arbeitsgeräte über den Torkelbaum angetrieben, so zum Beispiel eine Kreissäge. Der Torkelbaum fungierte schon damals als Motor für zahlreiche hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten. Nach mündlichen Überlieferungen diente die „Öle“ noch manch anderen Zwecken, beispielsweise wurde der Reibstein als Flachs- und Hanfreibe benutzt