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Taubergießen bei Rust |
Wanderwege durch den Taubergießen
Die ausgeschilderten Rundwege bieten einen Eindruck von den wichtigsten Lebensräumen im Naturschutzgebiet. Ausgangspunkt von "Schmetterlings-, Orchideen- und Kormoranweg" ist die Informationsstelle an der Rheinfähre Rhinau-Kappel, Kormoranweg und Orchideenweg sind auch vom Parkplatz an der Zuckerbrücke bei Rust aus erreichbar. Ausgangspunkte des "Gießenwegs" sind, jeweils von Oberhausen bzw. Niederhausen den Hinweisen "Zum Rhein" oder "Rheinstraße" folgend, die Parkplätze "Weier bzw. Schützenhaus". Bei starkem Hochwasser sollten Kormoran- und Gießenweg gemieden werden. Das Wasser steigt dann sehr schnell an und es können sich gefährliche Strömungen bilden.
Schmetterlingsweg (Länge ca. 2 km)
Dieser kurze Rundweg verschafft dem Besucher einen Eindruck von der Landschaft am Rhein und führt ihn im Frühling und Sommer an den an Blüten und Schmetterlingen reichen Magerwiesen der Hochwasserdämme entlang.
Am südlichsten Punkt des Rundwegs an der Verzweigung der Hochwasserdämme blickt man nach Südosten auf die ausgedehnte Wiesenlandschaft, nach Südwesten auf die Flachwasserzone der überstauten Innenrheinmündung. Von dort aus führen Orchideen- und Kormoranweg weiter nach Süden.
Orchideenweg (Länge 6,5 km)
Dieser Rundweg führt in die an Tier- und Pflanzenarten reiche Wiesenlandschft "Im G’schleder". Etwa am nordöstlichsten Punkt des Wegs steht am Rand eines Feldgehölzes ein alter Grenzstein mit der Aufschrift "E.L." (Elsaß-Lothringen) und erinnert an die wechselvolle Geschichte dieser Grenzregion. Weiter im Süden quert der Weg das als "Blaues Loch" bekannteste Quellgewässer des Naturschutzgebiets. Die blühenden Wiesen bieten in den Monaten Mai und Juni den schönsten Anblick.
Dieser Rundweg wird sehr häufig begangen. Daher richtet sich die dringende Bitte an alle Besucher, auf den Wegen zu bleiben und die Wiesenflächen nicht zu betreten. Das Weggebot gilt auch für Hunde! Trittspuren und Pfade, die durch unerlaubtes Betreten entstehen, verleiten erfahrungsgemäß weitere Besucher zum Verlassen der Wege.
Wegen der starken Sonneneinstrahlung im Sommerhalbjahr empfiehlt es sich bei schönem Wetter, die besonders heißen Mittagsstunden zu meiden.
Kormoranweg (Länge 6 km)
Der Kormoranweg führt am aufgestauten Innenrhein entlang und durch Bannwälder über die Herrenkopfbrücke zum Rhein. Diese Gewässerlandschaft ist das Herzstück des Vogelschutzgebiets von europäischer Bedeutung, das sich am Rhein entlang von Weisweil im Süden bis Nonnenweier im Norden erstreckt. Im Winterhalbjahr sind hier Wasservögel in großer Zahl zu beobachten.
Bei schrägem Lichteinfall sind der Morgen und der Nachmittag für Vogel-Beobachtungen günstiger als die Mittagszeit. Ein stark vergrößerndes Fernglas oder besser noch Spektiv sind erforderlich. Am späten Nachmittag kehren zahlreiche Vogeltrupps von der Nahrungssuche aus der Umgebung zu ihren Schlafplätzen im Naturschutzgebiet zurück. Teilweise sind es erstaunlich große Entfernungen, welche die Vögel täglich hinter sich bringen; die hier rastenden Kormorane legen bis zu 120 km zurück.
Im weiteren Verlauf folgt der Weg zunächst dem Rhein und biegt dann in einen Bannwald ab. Hier ruht jede forstliche Nutzung, und die weitere Entwicklung des Waldes ist sich selbst überlassen.
Im Süden führt ein Fußgängersteg über einen Altrhein. Blickt man von dort aus stromabwärts, ist rechter Hand nahe des Ufers eine mächtige alte Stieleiche zu erkennen. Ihre breite Krone ist ein typisches Merkmal von Bäumen, die im Mittelwald-Betrieb herangewachsen sind.
Unmittelbar dahinter steht eine Gruppe ebenfalls eindrucksvoll gewachsener Silber-Pappeln, einer typischen Auen-Baumart mit silbrig-grauem Stamm und unterseits mehlig-weißen Blättern.
Wer noch genauer hinsieht, bemerkt nicht weit von der Stieleiche einen eher klein geratenen Baum, bei dem es sich um einen Wild-Apfel handelt. Diese für die Rheinauenwälder charakteristische Baumart ist sehr stark zurückgegangen. Der Wildapfel bildet nur 2 – 3 cm große, gelb-grüne und essigsauer schmeckende Früchte aus. Von den gelegentlich in den Auenwäldern verwilderten Kulturapfel-Sorten unterscheidet er sich darüber hinaus durch die kahle Blattunterseite; beim Kulturapfel ist diese dicht behaart.
Gießenweg (Länge zwischen 3,5 und 8 km)
Varianten und Länge: Vom Parkplatz am Schützenhaus bei Niederhausen aus umfaßt der östliche Teilrundweg 3,5 km Länge, mit dem westlichen Teilrundweg kommen insgesamt 7 km Wegstrecke zusammen.
Vom Parkplatz "Weier" bei Oberhausen ist der westliche Teilrundweg 5 km lang: zusammen mit dem östlichen Teilrundweg sind es 8 km.
Dieser Weg führt über mehrere Quellgewässer. Von der Brücke der Rheinstraße über einen Quellwasser-Zufluß des "Kleinen Rheins" aus bietet sich einer der schönsten Ausblicke auf die Wald- und Gewässerlandschaft des Naturschutzgebiets. Südlich davon vermittelt ein Bannwald mit mächtigen Stieleichen und Schwarzpappeln einen Eindruck von der interessanten Waldvegetation des Naturschutzgebiets. Der Besucher kommt auch an der "Amerikaner-Eiche" vorbei, die an die zahlreichen Auswanderer aus der Region im 19. Jahrhundert erinnert. An der betreffenden Stelle befand sich früher die Schifflände, von wo aus die Fahrt nach Holland und weiter nach Übersee begann.
Radwege
Die oben beschriebenen Rundwege können auch per Rad befahren werden. Eine lohnende Radstrecke stellt auch der Uferweg am Rhein entlang dar. Bitte bleiben Sie beim Radfahren auf den Wegen und unterlassen Sie Querfeldein-Fahrten.
Bootsfahrstrecke (Länge 15 km)
Durch das Naturschutzgebiet führt von Süden nach Norden eine durchgehende Bootsfahrstrecke. Für die gesamte Strecke benötigt man einschließlich dem Umsetzen der Boote und dem Rückweg an Land mindestens 5 Stunden. Auch Teilabschnitte können befahren werden. Zulässig sind nur Wasserfahrzeuge ohne Motorantrieb. Die in der Zeit von 8 bis 20 Uhr freigegebene Strecke ist ausgeschildert, ebenso die Ein- und Ausstiegsstellen. Diese Stellen dürfen auch auf nicht-öffentlichen Wegen zum aus- und Einladen der Boote mit dem PKW angefahren werden. Das Parken der PKW ist dort aber nicht zulässig. Bitte benutzen Sie ausschließlich die gekennzeichneten PKW-Parkplätze am Rand des Schutzgebiets. An einigen Stellen ist es – abhängig vom Wasserstand – erforderlich, die Boote umzutragen. Für den Schutz der Wasservögel ist die räumliche und zeitliche Einschränkung des Bootsverkehrs von großer Bedeutung. Der ungeregelte Bootsverkehr vor der Unterschutzstellung des Gebiets war einer der Hauptgründe für den Rückgang zahlreicher Arten.
Örtliche Besitzer von Fischerkähnen bieten auf der freigegebenen Bootsfahrstrecke naturkundliche Nachenfahrten an. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter bootsfahrten@taubergiessen.de oder füllen Sie folgende Info-Anforderung aus.
Ansonsten sind gewerbliche Veranstaltungen von Bootsfahrten im Naturschutzgebiet nicht erlaubt.
Taubergießen: Im größten Naturschutzgebiet Baden-Württembergs findet man eine weitläufige Wiesen- und Waldlandschaft, die von einem dichten Gewässernetz durchzogen ist. "Taubergiessen" liegt in der südlichen Oberrheinebene zwischen Freiburg im Breisgau und Offenburg. Es umfaßt auf einer Fläche von 1682 Hektar die rheinnahen Bereiche der Gemeinden Kappel-Grafenhausen und Rust im Ortenaukreis sowie Rheinhausen im Landkreis Emmendingen. Das Schutzgebiet schließt den zirka 1000 Hektar größen rechtsrheinischen Grundbesitz der elsässischen Gemeinde Rhinau mit ein.
In Nord-Süd-Richtung erreicht das Schutzgebiet eine Länge von ca. 12 Kilometern; die größte Breite beträgt ca. 2,5 Kilometer.